Die Schweiz, Zürich und ich

Bereits im Herbst 2007 stellte Tanja Kermis unter dem Titel „Zürich nicht ganz scharf“ über 50 Werke auf einem Schiff auf dem Zürichsee aus. Das Zürich-Projekt konzentrierte sich vor allem auf die Themen Architektur und Licht, danach beschäftigte sich die Künstlerin auch intensiv mit Motiven aus der Natur und mit dem Thema Bergwelten.

In der Ausstellung „Die Schweiz, Zürich und ich“ sind u.a. das Matterhorn, das Monte-Rosa-Massiv mit der Dufourspitze und die Gletscherschlucht bei Grindelwald zu sehen. Doch auch den Hornbach am Zürichhorn verwandelt Sie in ein Licht-Schauspiel.

Die Fotokunst von Tanja Kermis:

Das markante Stilmittel der Künstlerin ist die Unschärfe in ihren Bildern, mit der sie absichtlich die bekannten Motive stark verfremdet, teilweise bis zur völligen Abstraktion. So entstehen spannende neue Perspektiven und Ansichten, etwa auf das Zürcher Grossmünster und die Kunstwerke im Hauptbahnhof (Niki de Saint Phalles Engel L’Ange protecteur und Mario Merz’ Installation mit Neonspirale).

Ihre Kunstwerke sind Gemälde aus Licht mit den Mitteln der digitalen Fotografie. Die Kamera wird zum Pinsel und die Technik der Fotografie wird dem sinnlichen Erleben untergeordnet. Das Thema Fotografie wird hier an die Grenze und darüber hinaus getrieben, sodass eine vollkommen neue Wirklichkeit im Moment der Aufnahme entsteht. Dabei ist das ästhetische Empfinden für die Künstlerin von zentraler Bedeutung.

Die Kunstfotografin Tanja Kermis:

Tanja Kermis M.A., Jahrgang 1971, studierte sieben Jahre Kunstgeschichte und hat eine grosse Vorliebe für Architektur. Klassische Archäologie und Städtebau ergänzten ihr Verständnis der menschlichen Siedlungs- und Zivilisationsgeschichte. Diese Themen bilden die Grundlage, auf der Tanja Kermis Orte mit der Kamera erkundet.

Sie hat ausserdem eine mehrjährige Ausbildung als Gestalt-Therapeutin absolviert und beschäftigt sich seitdem intensiv mit der menschlichen Wahrnehmung. Als praktizierende Buddhistin setzte sie sich intensiv mit westlichen und östlichen Denk- und Philosophien auseinander. 

So ist ihre Fotokunst einerseits ein persönliches Statement zu ihrer Umwelt, zum anderen jedoch auch eine Aufforderung, Bekanntes neu zu betrachten, zu hinterfragen und nach weiteren Bedeutungen darin zu suchen. Darüber hinaus verweist Tanja Kermis mit Ihren Kunstwerken auf Mikro- und Makrokosmos:

Tritt man an ein Bild heran, löst sich das Motiv in Strukturen auf. Wie auch physikalische Experimente zeigen, ist die hier dargestellte Materie keineswegs fest und statisch, sondern bewegte Energie (Moleküle, Atome, Elektronen, Protonen etc). In ihrer Fotokunst zeigt Tanja Kermis, wie sich diese festen Dinge auflösen, was ihrer physikalischen Natur entspricht. Das Statische wird fliessend… Die Künstlerin appelliert damit auch an die Fähigkeit der Betrachtenden, diesen Prozess der Auflösung – der Vergänglichkeit – zu geniessen.